Die Geschichte des Ordens in Spanien
Die Gründung des Ordens liegt schon einige Jahrhunderte zurück. König Alfons der Kämpfer gründete 1120 den Orden "Ordo de San Salvador" in Monreal del Campo.
Wer im Atlas nachschaut, wird dieses Dorf, denn mehr ist es nicht, recht schnell zwischen Teruel im Süden und Zaragossa im Norden finden. Und wer Monreal del Campo besucht, ist erst einmal erstaunt.
Die "234", eine Straße führt durch Monreal und in Monreal geht die "211" in Richtung Madrid. Der Schwerlastverkehr wird durch den Ort geleitet, es ist staubig und laut. Von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr scheint es eine Geisterstadt zu sein, kaum ein Haus, das nicht die Fensterläden geschlossen hat, kein Mensch auf der Straße. Die Lastwagen jedoch dröhnen unentwegt durch Monreal.
In diesem Ort soll der "Orden de San Salvador" gegründet sein?
Wir müssen also durch die Zeit zurückgehen, jedoch nicht nur ins Jahr 1120, sondern bis zum Jahre 711. In diesem Jahr setzte Tarik Ibn Ziyad mit rund 7000 Soldaten seinen Fuß auf die iberische Halbinsel. Der Ort heißt heute Gibraltar, zu deutsch Berg des Tarik. Innerhalb von nur vier Jahren brachte die maurische Streitmacht die Halbinsel, bis auf einen kleinen Streifen im Norden, unter ihre Kontrolle.
718 wurde das Königreich Asturien mit Oviedo als Hauptstadt errichtet, das zum Ausgangspunkt des Widerstands gegen die Mauren wurde. Im gleichen Jahr erlitten die Mauren ihre erste ernstzunehmende Niederlage bei Covadonga. Historiker bezeichnen diese Niederlage als eigentlichen, aber symbolischen Beginn der Reconquista. (Die eigentliche Reconquista begann im im 11. Jahrhundert.)

Eine Karte des ehemaligen Königreiches Sobrabe
Ausserhalb Asturiens begannen sich immer mehr christliche Reiche zu bilden. 769 eroberte Gracie-Ximines die Stadt Ainsa aus den Händen der Mauren zurück und gründete das Königreich Sobrabe.
Die Legende stellte ihm dabei göttliche Hilfe zur Seite, denn als er über dem Wipfel einer kleinen grünen Eiche ein glänzendes Kreuz sah, flößte ihm und seinen Truppen dies den nötigen Mut ein, um die Mauren in die Flucht zu schlagen. Dieses Kreuz wird heute noch auf dem Wappen von Ainsa und der Region Sobrarbe dargestellt.
Gracie-Ximines war sehr dankbar über diese göttliche Hilfe, so daß er im Jahre 771 die Saint-Milice Du Chaine gründete. Zum ersten Mal wurde eine Art ritterliche Vereinigung gegründet, durch Regeln und Statuten struktuiert.
Der Orden ließ sich in der Klosterfestung Luz nieder.
Das Königreich Navarra wurde nach der Auflösung des Königreichs Asturien gegründet. Das Königreich Aragonien ging aus ihm hervor, unter Sancho III. hatte Navarra auch die Oberhoheit über Kastilien inne, nach seinem Tod blieb das Reich auf das Gebiet der westlichen Pyrenäen bis zum Ebro beschränkt.
Von 1035 bis 1479 war Aragón der Name eines unabhängigen Königreiches, das sich aber weit über die heutige Region Aragón hinaus erstreckte. 1035 erreichte es unter Ramiro I. die Unabhängigkeit von Navarra und wurde 1068 zum päpstlichen Lehen erklärt.
Im November 1076 wurde der herrschende König von Navarra, Sancho IV, ermordet. Das Kapitel des Ordens bestimmte Vicomte de Bearn, ein naher Verwandter des Königs als Großmeister, während Sancho Ramirez, der sich auch darum bemühte, zum Ausgleich die Krone von Navarra bekam.
1104 bestieg Alphonse I, El Batallador, Sohn des Sancho V., den Thron als König von Aragonien und Navarra und nannte sich Herrscher über Spanien, sicherlich einer der größten Herrscher der Iberischen Halbinsel. Seinen Beinamen El Batallador bekam er aufgrund 29 erfolgreicher Schlachten im Rahmen der Reconquista.
1118 eroberte er Zaragossa und machte es zu seiner Residenz.
Als glühender Bewunderer von Bernhard Clairvoux setzte er durch, daß der Ordre du Chaine sich nach den Reglen der Zisterzienser weiterentwickelt. 1120 wurde der Orden in Milice du Christ umbenannt, im Jahre 1128 hieß er dann Orden de San Salvador Monreal, gegründet in der Stadt Monreal del Campo.
(Die Gründung des Ordens wurde im Rahmen einer Feier in Monreal del Campo 2004 von einer Theatergruppe nachgespielt.)
Die Aufgabe des nunmehr ritterlichen Ordens bestand in der Unterstützung der Bemühungen Alphons, die Mauren zu vertreiben.
1129 wurde der Orden durch den Erzbischof von Auch (ebenfalls auf der Karte zu sehen), Monseigneur Guillaume, durch einen Hirtenbrief eingesegnet. Dies war etwas, was sich Alphons I. wünschte, einen geistlichen Ritterorden mit Regeln und Statuten, die sich an den Regeln der Zisterzienser orientierten.
Im Gegensatz zu dem Ritterorden, die dem Aufruf Bernhard von Clairvoux gefolgt waren, beteiligten sich die Ritter von Monreal nicht an den Kreuzzügen im Heiligen Land, sondern blieben in Spanien.
Im Jahre 1130 wird der amtierende Großmeister, Gaston de Bearn bei einem Feldzug gegen die Mauren ermordet. Garces-Cazals, Haushofmeister von Alphons I., wird zweiter Großmeister des Ordens. Jedoch wird er bei der Schlacht bei Fraga im Jahre 1134 schwer verletzt und stirbt wenig später. Nachfolger wird Lop-Cazals, Neffe des Garces.
Ebenso wie Alphons I., der ebenfalls schwer verletzt wird. Der König kann nur mit Mühe das Kloster San Juan de la Pena erreichen und stirbt dort wenige Tage später.
Ramiro II., der darauf den Thron besteigt, läßt den amtierenden Großmeister, Lop-Cazals, verhaften und läßt ihn erst wieder frei, als der Orden alle Besitztümer und Lehensgüter an die Krone zurückgegeben hat.
Papst Johannes XXII segnete den Orden ein. Nach Auflösung des Tempels in Jerusalem empfing Don Pedro III. Giron y Venez, der Großmeister mehrere Tempelherren. Diese beiden Ereignisse lassen sich noch nicht genau datieren, ebenso wie die Umstände der Einsegnung und dem Treffen mit den Tempelherren. Zur Zeit sind weitere Quellen verfügbar, die bearbeitet werden. Im diesen Sinne bitten wir um Geduld.
1412 erbt Gilles de Ryssel, Ritter von Mont Real, ein Familiengut in der Nähe von Lille in Nordfrankreich. Er schenkte den Besitz dem Orden, der darauf das Gut in eine Commanderie umwandelte und Gilles de Ryssel dort als Commandeur einsetzte.
Der in Spanien amtierende Maitre General von Mont Real Don Rodrigo Tellez y Giron, und sein Cousin Alonzo de Villahermosa, Maitre General des Ordens Saint Hermandad, geraten in eine große Rivalität. Diese Rivalität wurde so groß, daß Don Rodrigo den König Ferdinand II. darum bat, die Ritter von Mont Real aus dem Dienst der Krone zu entlassen, damit sie sich nach Lille in die Commanderie begeben könnten.
Ferdinand II. verfügte, daß die Ritter erst an der Schlacht von Granada, der letzten Bastion der Mauren auf der spanischen Halbinsel, teilnehmen. Nach der Vertreibung der Mauren entließ Ferdinand II. mit dem Einverständis des derzeitigen Papstes Alexander VI. die Ritter von Mont Real aus dem Dienst. Einige Ritter blieben in Spanien unter der Führung von Don Pedro Giron de Medina Celi.